Die Erzeugung eines Schweines

Sauenarena

Nachfolgend wird einmal anschaulich dargestellt, wie auf unserem Betrieb ein 28 kg Ferkel erzeugt wird, welches danach in unsere eigene Schweinemast geht oder an einen Schweinemäster verkauft wird.

Alle 21 Wochen beginnt alles wieder mit dem Tag 1. Alle säugenden Sauen werden von ihren Ferkeln getrennt (abgesetzt) und dann in eine Sauenarena aufgestallt. Hier steht jeder Sau genügend Bewegung auf Stroh, viel Tageslicht und ein extra schmackhaftes Futter zur freien Verfügung.
Hier verbleibt die Sau 4 Tage lang. In diesen Tagen wird auch der erste Eberkontakt zur Rauschestimulation durchgeführt.

Bei soviel Bewegung in der Arena sind die Sauen abends dann auch ziemlich ermüdet und können sich ungestört hinlegen.

Nach 4 Tagen in der Arena herumtoben und im Stroh wühlen erfolgt die Umstallung ins Deckzentrum. Vorher allerdings werden alle Sauen erst einmal gemeinsam in der extra dafür angelegten Sauendusche mit warmen Wasser geduscht.

Sauen in der Dusche
Unser Stimuliereber bei der Arbeit während die Sauen besamt werden.

Nach dem Duschen werden dann alle Sauen ins Deckzentrum eingestallt, wo diese einzeln gehalten werden, weil in der Zeit von der Besamung bis zum 28. Trächtigkeitstag jeglicher Stress durch z.B. Rangkämpfe vermieden werden muß. Alle Deckzentren sind mit einer Lichtleiste über den Sauenköpfen ausgestattet. Dadurch erreichen wir in Kopfhöhe der Sau eine Lichtstärke von 300 Lux, wodurch die Anzahl der geborenen Ferkel im Folgewurf ansteigt. Alle Deckzentren werden vor dem Einstallen gereinigt und desinfiziert. Die Sauen können hier den Luxus genießen, dass sie auf einer wohltemperierten Fußbodenheizung liegen.

Sauen bei der Besamung

Ungefähr am 5. und 6. Tag nach dem Absetzen wird die Sau dann künstlich besamt (je nach Beginn der Rausche). Hierbei werden Stimuliereber und Besamungsbügel verwendet. Bei dieser Arbeit ist absolute Sorgfalt und Ruhe erforderlich, damit die Sau möglichst von der ersten Besamung tragend wird. Eine Sau wird in der Regel zweimal im Abstand von 18 Stunden besamt.

Bild einer Jungsauenbucht

Alle Jungsauen (Sauen, die zum ersten Mal besamt werden) halten wir in großzügig ausgestalteten Gruppenbuchten, weil bei Jungsauen keine nennenswerten Rangkämpfe durchgeführt werden, welche den Besamungserfolg gefährden könnten. Den Jungsauen steht hierzu Futter und Wasser zur freien Verfügung. Zusätzlich ist die befestigte Liegefläche noch mit Hobelspänen eingestreut, damit diese immer trocken ist und die Sauen ihren Wühltrieb befriedigen können.

Ein Bild vom Wartestall

21 Tage nach der Besamung erfolgt dann eine erste Trächtigkeitsuntersuchung mittels eines eigens dafür gekauftem tragbarem Ultraschallmessgerät. Alle tragenden Sauen werden dann ca. 10 Tage später in den Wartestall umgestallt. Im Wartestall stehen alle Sauen in Selbstfangfressliegebuchten, das heißt das jeder Sau eine eigene Box zur Verfügung steht, wo die Sau den Mechanismus zum Öffnen der Box selbst betätigen kann. Dadurch kann die Sau selber entscheiden ob sie lieber in Ruhe in ihrer Box liegen möchte oder ob sie frei herum laufen will. Meistens fällt aber bei den Sauen die Entscheidung auf die geschlossene Box, weil Sauen von Natur aus Einzeltiere sind. Gefüttert werden im Wartestall alle Sauen vollautomatisch und Wasser steht ihnen jederzeit zur freien Verfügung. Um bei den Sauen keine Langeweile aufkommen zu lassen, stehen denen mehrere Spielgeräte (Beißketten, Bälle, Wühlmaterial, usw.) zur Verfügung.

Nach ca. 9 Wochen im Wartestall wird die Sau in die Abferkelbucht umgestallt. Bevor sie allerdings die frisch gereinigte und desinfizierte Abferkelbucht betreten darf, geht es wieder einmal durch die Sauendusche. Diesmal wird die Sau aber sogar mit einem speziellem Schweineschampoo eingeschäumt. Danach wird sie mit einem weichen, warmen Wasserstrahl abgespült um auch möglichst alle Keime, Bakterien sowie Staub von der Hautoberfläche zu entfernen, damit sich später die neu geborenen Ferkel nicht mit etwas infizieren können, was dann später behandelt werden muss. Außerdem fördert die Sauendusche das Wohlbefinden der Sau.
In der Sauendusche müssen alle Sauen eng aneinander stehen, damit sie sich durch gegenseitiges scheuern reinigen können.

Eine Sau in einer Abferkelbucht

Ca. 15 Wochen nach der Belegung steht die Sau dann in dem Abferkelabteil. Hier steht ihr bis zum 112. Trächtigkeitstag freie Bewegung zur Verfügung.

Neugeborene Ferkel auf der Liegefläche

Am 112. Trächtigkeitstag wird die Abferkelbox dann geschlossen, weil ab diesem Tag die Abferkelung beginnen kann (durchschnittlich trägt eine Sau 115 Tage). Während der Abferkelung bis zum Alter der Ferkel von ca. 10 Tagen wäre es für die kleinen Ferkel zu gefährlich, wenn sich die Sau frei bewegen könnte, da dadurch die Ferkelverluste durch Erdrücken der Ferkel beim Hinlegen der Sau enorm steigen würde.
Für die kleinen Ferkel gibt es in der Abferkelbucht eine eigene Liegefläche, welche mit einer Fußbodenheizung ausgestattet ist, da die Ferkel ein wesentlich höheres Wärmebedürfnis als die Sau haben.

Am Tag der Geburt bis zum Alter der Ferkel von ca. 2 Tagen hängt über der Liegefläche für die Ferkel eine Rotlichtlampe, welche zusätzlich Wärme spendet. Die Liegefläche wird in diesen Tagen zusätzlich mit Sägemehl aufgestreut.
Während der Abferkelwoche (jede dritte Woche im Betrieb) wird im Mehrschichtsystem gearbeitet, damit auch nachts keine Sau während der Abferkelung alleine ist, um bei Problemen sofort eingreifen zu können.

Erstlingsversorgung

Am ersten Tag nach der Abferkelung wird jedem Ferkel zum Schutz vor Infektionen die Nabelschnur mit Jod desinfiziert. Des weiteren werden bei allen Ferkeln die Zahnspitzen stumpf geschliffen, da sie sonst die Sau am empfindlichen Gesäuge und sich gegenseitig verletzen würden.

Am 3. Lebenstag erhält jedes Ferkel eine Eiseninjektion, um genügend rote Blutkörperchen bilden zu können. Außerdem wird jedem Ferkel eine Ohrmarke mit der Betriebsnummer und einer laufenden Nummer eingezogen, um es bis zum Schlachthof jederzeit identifizieren zu können.

Auf eine Kastration der männlichen Ferkel wird bei uns seit Jahren verzichtet, da hier für unser Unternehmen Wege gefunden wurden, diese Ferkel as Eber zu vermarkten, was ebenfalls sogar wirtschaftlicher als die Kastration der Ferkel ist, da die unkastrierten Schweine ein besseres Wachstum und eine deutlich bessere Futterverwertung als die kastrierten Schweine haben. Die Kastration dient einzig und alleine dem Verbraucher, da dieser fast grundsätzlich Eberfleisch aufgrund des beim Braten möglich entstehendem Geruch meidet.

Das Futter scheint zu schmecken

Wenn die Ferkel 7 Tage alt sind beginnen wir, diese mit einem speziellem Ferkelfutter (Prestarter) anzufüttern. Dieses Futter wird zweimal täglich in kleinen Portionen in eine Ferkelfutterschale gegeben, damit es für die Ferkel auch interessant ist. Dies ist wichtig, damit die Ferkel ihre Verdauung langsam an feste Nahrung gewöhnen können.

Nach durchschnittlich 27 Säugetagen werden dann alle Ferkel von den Sauen getrennt und in den Ferkelaufzuchtstall gefahren. Dieser steht auf einem externen Standort.
Das Ferkeltreiben mit dem Besen zur Verladung zum Aufzuchtstall.

Das Reinigen eines Abferkelabteiles

Die Sau wird dann in die Sauenarena umgestallt. Für diese beginnt dann alles wieder von vorne (siehe oben).

Alle Abferkelbuchten werden danach wieder gereinigt und desinfiziert, bevor hier wieder neue Sauen eingestallt werden.

Alle Ferkel werden im Ferkelaufzuchtstall nach Größe und Geschlecht sortiert. Diese Ställe werden zu Beginn der Aufzucht auf ca. 28°C aufgeheizt und die Temperatur ändert sich je nach Bedürfnis der Ferkel bis zum Ende der Aufzucht auf ca. 23°C. Der Boden ist mit Kunststoffrosten und Liegeinseln ausgestattet. Futter und Wasser stehen jedem Ferkel zur freien Verfügung. Der Futterautomat ist so ausgestattet, das die Ferkel ihr Futter spielend erwerben müssen. 

Um den Spieltrieb der Ferkel zu befriedigen hängen in den Buchten Beißketten und Bälle für die Ferkel, damit nie Langeweile aufkommt.

Nach genau 40 Aufzuchttagen haben die meisten Ferkel ihr Gewicht von 28 kg erreicht, damit diese dann in die Mast umgestallt werden können. 

Alle Ferkel werden über eine Verladerampe auf einen LKW getrieben, welcher vor jeder Beladung gereinigt, desinfiziert und mit Sägemehl eingestreut wird. Alle Fahrzeuge sind nach modernsten Kriterien und klimatisiert ausgestattet, so das ein stressfreier Transport bis zum Schweinemaststall gewährleistet ist.

Mit dem Gewicht von dann durcschnittlich 28 kg, werden die Ferkel dann in die Schweinemast eingestallt. Dort stehen den Ferkeln dann wieder einmal ein gereinigter und desinfizierter Stall mit einer Starttemperatur von ca. 24°C zur Verfügung.

Gefüttert werden die Schweine dort je nach Ausführung des Stalles wie gewohnt an einem Breiautomat oder halt flüssig an einem langen Trog, wo dann dreimal täglich automatisch frisches Futter zur Verfügung steht.

Eine Umstallung in einen Schweinemaststall ist notwendig, da den Tieren dort wiederum die mehr als doppelte Stallfläche wie in der Aufzucht zur Verfügung steht und sich die Anforderungen der Tiere an den Buchten- und Bodenbeschaffenheiten mit dem Gewicht ändern.

Nach ca. 120 Tagen in der Mast haben die Schweine ihr Schlachtgewicht erreicht und werden an einen regionalen Schlachthof verkauft. Ein schlachtreifes Schwein hat in der Regel ein Lebendgewicht von ca. 120 kg. 

Hier erfolgt wieder der Transport mit eigenen LKW`s.

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Wenn wir ihr Interesse an der Ferkelerzeugung geweckt haben, sehen sie sich doch auch die Bildergalerie sowie unsere Job-, Ausbildungs- und Praktikantenangebote an.